Finding The Western Cape

by Sara · 30.05.2012 · Berlin Abroad · 7 comments

Was erwar­tet man eigent­lich, wenn man für eine Woche in das West­ern Cape Süda­fri­kas ein­ge­laden wird? Zumind­est anhand der Geschichten über Johan­nes­burg und Kapstadt, die es ab und an von Urlaubern zu hören gibt, kön­nte man das für eine eher düstere Form des Urlaubs hal­ten: nicht nachts raus gehen, niemals alleine sein, bloß nicht an roten Ampeln stehen bleiben außer du willst aus­geraubt und zusam­mengesch­la­gen wer­den! … ein Wun­schtraum eines jeden urban pas­sionier­tem Explorer.

What would you expect if someone invited you to spend a week on tour through the West­ern Cape of South Africa? When hear­ing stor­ies about the dangers of Johan­nes­burg and even Cape Town some­times, it does seem to be a rather gritty sort of vaca­tion: don’t go out at nights, don’t be alone, don’t stop your car at red lights or you’ll be robbed. Sounds like a dream to the lover of the urban flair.

Leider stellt sich heraus, dass ich unrecht mit meinen törichten Annah­men hatte. Mit einer eklekt­ischen Gruppe witzi­ger deutscher Blog­ger im Sack - RenéIsaCam­illa und Nico - kamen wir in Kapstadt an und trafen unseren wun­derbaren Guide Craig und unsere Reisekönigin Angela, die den Trip für uns organ­is­iert hatte. Und schnell mussten wir uns eingestehen, dass Kapstadt keineswegs das war, was wir uns dar­unter hat­ten vor­stel­len wollen. Statt Graf­fiti und Dreck wur­den wir von einem unfass­baren Pan­or­ama auf den Tafel­berg im Hin­ter­grund einer char­manten kleinen Stadt willkom­men (wobei Kapstadt nur klein wirkt, weil es süß und bunt ist: tat­säch­lich wohnen dort mehr Menschen als in Ber­lin). Imposante Kolo­ni­al­bauten, fant­astische Menschen und regen­bo­gen­far­bige Häuser erquick­ten unsere Herzen und machten uns zu Dauerknipsern. Ist das wirk­lich Süda­frika? Wie kann ein ein­ziges Land so schön sein? Diese Fra­gen soll­ten wir uns im Laufe der Tour noch öfter stellen.

But alas, turns out I was wrong. Arriv­ing in Cape Town with an eclectic group of Ger­man blog­gers - RenéIsaCam­illa and Nico - quickly made us real­ize that Cape Town was nowhere near what we had ima­gined. Instead of graf­fiti and grime we were wel­comed by a won­der­ful pan­or­ama of the Table Moun­tain in the back­drop of a most charm­ing little city. Impress­ive colo­nial styles, sweet people and col­or­ful houses were met by our delight. Is this South Africa, really? How can one coun­try be that beautiful?


 

Diese Reise endete nicht bei Kapstadt. Wir ver­brachten zwei Tage in der Stadt, inklus­ive Sun­downer auf Sig­nal Hill, fant­astischem Essen im Auber­gine Res­taur­ant und über­trieben lux­ur­iöser Her­berge im One & Only Hotel. Ein Wahnsinnsteil! Danach ging es weiter, vom Kap der Guten Hoffnung bei stürmis­chen Wet­ter zum West Coast National Park, zum San­bona Wild­life Reserve, zu Boulder’s Beach (wo wir die Pin­guine beim Quatsch machen beo­bachten durften) und anschließend, mein ganz per­sön­liches High­light: Her­manus am Meer, wo wir zwar leider nur eine Nacht bleiben kon­nten und eben keine Wale sahen, dafür aber den wohl herzzer­re­is­send­sten Sonnenun­ter­gang eines gan­zen Lebens.

Our trip was not merely lim­ited to a quick stop in Cape Town. We spent two nights in the city — in the glory halls of the mag­ni­fi­cent One & Only Hotel, since you asked — and moved on to see the rest of the West­ern Cape, includ­ing but not lim­ited to: the Cape of Good Hope (which we encountered dur­ing an upris­ing storm, mak­ing it all the more impress­ive to be at the very end of a con­tin­ent), the West Coast National Park, the San­bona Wild­life Reserve, Boulder’s Beach (hello Pen­guins!) and my very per­sonal high­light on our last night: Her­manus, a vaca­tion town right at the beach.

Der ganze Trip fand in Mini Cooper S Road­sters statt, die uns sta­bil und gut in der Kurve die unzäh­li­gen Ser­pent­inen der Berge am Meer hoch und runter trans­por­tier­ten. Die schwindel­er­re­genden Aus­blicke auf das glitzernde Meer und die Farben eines süda­frik­an­is­chen Herb­stes — von rot bis gold über grün und blau — machten uns manch­mal so sen­ti­mental, dass wir kurz inne hal­ten und uns vor Freude übergeben mussten. Ich habe mich noch nie so von der Natur ber­ührt gefühlt und finde es mit­tler­weile nur noch beschä­mend, die ungerechten Bilder anzuschauen, die dem echten Blick nicht gerecht wer­den. Man kann sich nicht vor­stel­len, wie sprachlos und per­plex wir uns in einer Atmo­sphäre wieder fanden, die keiner anderen gleicht. Die den­k­wür­dig­ste Erin­ner­ung werde ich an unseren Abend bei einem Game Drive im San­bona Park haben: auf einem Hügel stehend, leckere Drinks und Snacks genießend, während die Sonne in ihrem Unter­gang die Halb­wüste um uns herum in einem unreal­istisch schönen Licht ein­tauchen ließ, spiel­ten weiße Löwen nur wenige Meter von uns ent­fernt mitein­ander und toll­ten ungestört herum. Was in Süda­frika passiert, bleibt wohl in Süda­frika, denn Gir­af­fen, Ele­fanten, Nilp­ferde, Zebras, Löwen, das gibt’s so schnell hier nicht auf diese Art und Weise.

We trav­elled in pairs in Mini Cooper S Road­sters, up and down the beau­ti­ful ser­pent­ines and moun­tains, giv­ing us thrill­ing over­views of a coun­try so vast in light­ning, col­ors and vari­ety of land­scape. In fact, this was the first time I ever felt as touched by nature. You wouldn’t believe the impress­ive sun­downs over the hori­zon if you didn’t see them for your­self, and all the pic­tures I took simply don’t do it any justice. You can’t ima­gine how speech­less and stunned we were usu­ally dur­ing the day. At one point, we were stand­ing on top of a hill at the Gam­ing Reserve while the sun was set­ting, drink­ing, snack­ing, hav­ing a laugh and just by the way watch­ing white lions (!) play in the fields beneath us. What hap­pens in South Africa def­in­itely stays in South Africa — gir­affes, ele­phants, hip­pos, zebras, lions are def­in­itely nowhere to be seen like that over here.



Aber wo das alles gesagt ist muss natür­lich auch erwähnt wer­den, dass ich als City Girl den kolon­is­ier­ten Look & Feel der Ortschaften ein bis­schen bemän­gelte. Es erin­nerte mich an die aus­tral­is­che Plastikwelt, die so ganz anders als Europa eine viel kürzere, kon­stru­iertere Geschichte zeigt. So kam es dass ich mich manch­mal nach etwas mehr Kon­takt mit der Kul­tur und den Menschen sehnte, jedoch ist Süda­frika ein kom­plexes Ding und nicht ein­fach anzun­ähern ohne auch kon­tro­verse polit­ische Punkte anz­u­fassen. Es gab in diesen sieben Tagen aber keinen Raum dafür, weshalb wir schnell den Trip für genau das ansa­hen, was er am besten kon­nte: Urlaub. Urlaub am Meer, in den Wein­ber­gen, in der Halb­wüste, im National Park, in der Stadt, am Kap der Guten Hoffnung, in den wun­der­schön­sten Hotels mit dem besten Essen. Das West­ern Cape ist im Herbst, nahe am Winter, abso­lut empfehlenswert, doch ich werde das näch­ste Mal mit hun­der­t­prozen­ti­ger Sich­er­heit den Som­mer auf­suchen und einen weit­eren lebens­ver­ändernden Road Trip hin­le­gen, der sich gewaschen hat, in jeder Stelle des Ozeans abtauchen und niemals damit auf­hören wollen. Ich gebe also zu: selbst ein Ber­lin am Meer kön­nte nicht das liefern, was Süda­frika mir gegeben hat. Und doch ist es auch schön, nur als Urlauber in Süda­frika zu sein, immer­hin bleibt es damit für immer etwas besonderes..

That said, a city girl like me ended up doubt­ing the colo­ni­al­ised look and feel of the towns. I was indeed crav­ing, every now and then, more con­tact with cul­ture and people, but turns out South Africa is a com­plex state and not easy to approach without touch­ing some highly polit­ical issues. There was no time to go deep, instead we enjoyed the trip for what it was: a vaca­tion. The West­ern Cape dur­ing the fall is amaz­ing, but I’m eager to go back dur­ing the sum­mer time, road trip­ping the hell out of it, jump­ing from one part of the ocean into another and never ever want­ing to stop. If you ever get the chance to go, please do so, and let your­self be freed from the over­dose of exhaust gases and tall rising build­ings. Return­ing back to Ber­lin makes us appre­ci­ate even more what kind of vaca­tion we can have over­seas and abroad. While my love for the B stays undefeated, it’s good to get out at times and real­ize that it might give you enough, but never everything.

Update:

Mar­cus shot this nice Video of the past­ing of one of five Deutsche Bahn engines that are rolling through Ger­many now. If you see them you can win a trip to South Africa through the QR code on the side of the engine . You can find more infos on this over here!

6 comments
  1. Meine Kam­era macht richtig gute Bilder! Naja — die Foto­grafin kann auch ein bis­schen was ;) Love Em!

  2. Mann. <333

  3. Wirk­lich toller Bericht und unglaub­lich schöne Bilder! Danke liebe Sara! <3

  4. schööööööön!

  5. Merci fürs Erin­ner­ung wach rüt­teln an meinen eigen Trip down there. Ach ja… in einer Hinsicht haben Ber­lin und Kapstadt schon irgendwo was gemein­sam: An beide kann ganz schnell sein Herz verlieren.

    http://​www​.flickr​.com/​p​h​o​t​o​s​/​s​u​k​r​a​m​o​7​7​/​c​o​l​l​e​c​t​i​o​n​s​/​7​2​1​5​7​6​3​0​0​9​8​3​3​3​5​96/

  6. Tolle Bilder, da bekomme ich Heim­weh nach Süda­frika. Das näch­ste Mal unbedingt einen Abstecher nach Jozi aka the City of Gold aka Johan­nes­burg ein­planen — es hat viel­leicht nicht die Naturschön­heit Cape Towns, aber einen tollen Vibe, wun­der­schöne Menschen und diese Mis­chung aus afrik­an­is­chem New York und Goldgräbersiedlung

What others had to say about it

  1. […] that is undeni­ably recur­rent through­out Malé streets: the col­ors. As I’d noticed in Cape Town, there are some people on this world who under­stand the simple minds of the human species. […]

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