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Toskana Roadtrip

Sommerferien in Italien

published on 2016-08-23 by Sara
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Im Sommer gibt es eigentlich kein schöneres Reiseziel als Italien. Auch, wenn die Toskana süffisante Weinkenner aus ganz Europa abonniert hat, ist die Region auch ohne Tastings und krasses Budget eine Reise wert.

Aber nur Urlaub in der Toskana ist dann auch etwas zu viel verlangt. Ich bin noch unter 30 und kann mehr als nur rumliegen. Wir haben uns also für einen Roadtrip durch den Norden Italiens entschieden.

Dafür haben wir uns knapp zwei Wochen Zeit genommen.

Tag 1-3: Schatzerhütte und Gasthof Zeppichl

Wir sind natürlich nicht mit dem Auto von Berlin nach Südtirol gefahren, das wäre erstens viel zu teuer und zweitens auch zeitlich eine schwierige Entscheidung gewesen. Stattdessen flogen wir mit Lufthansa morgens von Berlin nach München. Hier holten wir uns einen Mietwagen und düsten über den Brenner in Richtung Österreich und Südtirol.

Ein Grund, wieso wir uns für die Toskana entschieden haben, war Südtirol. Wer hier öfter liest, weiss, dass das eigentlich meine absolut liebste Destination in Europa ist. 

Dementsprechend war unser erster Stopp hier die unsäglich tolle Schatzerhütte. Das ist bereits mein dritter Besuch und ich würde jedes Mal wieder herkommen. Der Ausblick auf die Dolomiten und der kleine Spaziergang von Parkplatz bis zur Hütte, das Essen und die tollen Schlafkabinen sind geerdet und doch fantastisch gemütlich.

Leider hat es zwischenzeitlich doch ein bisschen gestürmt.

Die zweite und dritte Nacht verbrachten wir dann ein paar Kilometer weiter im Meraner Land, genauer gesagt im Gasthof Zeppichl. In diesem urigen Gasthaus haben sich unsere Sommerferien kurzzeitig in ein herbstliches Intermezzo verwandelt. Wir haben uns ordentlich mit Kaiserschmarrn den Bauch vollgeschlagen, Spaziergänge unternommen und im Regen gestanden, aber das war dennoch der perfekte Auftakt für die Sonne.

Nach einem kleinen Zwischenstopp im wunderbaren Städtchen Meran (erstmal schön Marmelade kaufen und wie richtige Rentner einen Spaziergang durch den Kurort unternehmen) ging es dann weiter in den Süden.

Tag 3 & 4: Verona

Vom Meraner Land ging es schließlich weiter nach Verona, die süße italienische Stadt, die mit der Geschichte von Romeo & Julia berühmt geworden ist. In Verona haben wir uns nur ein günstiges AirBNB genommen, das nicht der Rede wert ist. Generell kann man die Stadt in einem Tag fußläufig ganz gut erkunden. Wir haben uns nicht die Mühe gemacht, nach interessanten Restaurants, Bars oder Shops umzusehen, sondern uns einfach nur treiben lassen und auf der Piazza Delle Erbe mit ein paar Aperitivo amüsiert.

Am nächsten Tag mussten wir einen Mietwagentausch vornehmen – dämliche bürokratische Sache – und sind deshalb noch ein bisschen in Verona herumspaziert, bevor es gegen Nachmittag nach Lucca weiter ging.

Tag 4-7: Lucca & Cinque Terre

Lucca ist natürlich der absolute Wahnsinn. So eine wunderschöne, bezaubernde Stadt habe ich selten erlebt. Wir hatten dazu auch noch ein ganz süßes AirBNB, das ich nur wärmstens empfehlen kann, und dazu mitten in der Altstadt.

Trotz Fußball-WM war Lucca ordentlich verpennt. Man kann auf jeden Fall schöne Ausflüge mit dem Fahrrad machen, aber wir merkten bereits am ersten Tag, dass eine Umrundung auf der vollständigen Stadtmauer von Lucca nicht reicht, um unsere Hummel im Hintern zu bedienen.

Deshalb beschlossen wir, am nächsten Tag zum UNESCO Welterbe Cinque Terre zu fahren. Die Cinque Terre besteht aus fünf malerischen, verträumten und – man muss es halt so sagen – touristisch überladenden Dörfern an der Küste der italienischen Riviera.

Man kann entweder von Dorf zu Dorf wandern, was durchaus anstrengend ist, oder den Zug oder eine Fähre nehmen – je nachdem, wie viel Zeit man hat. Wir haben uns für eine Kombination entschieden und festgestellt, dass ein Tag absolut ausreicht, um die Dörfer zu erkundigen. Man kann sogar in der Sonne am Strand oder auf den Felsen liegen, aber besonders schwimmgerecht ist Cinque Terre nicht.

Der Ausflug war schön, aber großartig ist er geworden, als wir auf ein Restaurant gestoßen sind – jenseits des Trubels – das uns absolut umgehauen hat. Das Ripa del Sol im Dorf Riomaggiore muss man erst mal erklimmen.

Man muss die Dorfstraße den Felsen hochlaufen (oder die in Steinmauern gehauten Treppen nehmen), um dort anzukommen. Es hat nicht durchgängig auf, wir mussten tatsächlich eine halbe Stunde warten. Aber wir wollten nicht das frittierte Zeug von der Hauptstraße essen, und tatsächlich hat es sich gelohnt: das Seafood-Lunch war ein Traum! Die Garnelen-Pasta und das Thunfisch-Tartar waren so ziemlich das beste, was wir jemals gegessen hatten.

Auf dem Weg nach unten haben wir frische Feigen abgepflückt und dann den Heimweg nach Lucca angetreten. Man muss dazu sagen: so geil sind die Straßen nicht. Alles machbar, aber mit dem schrottigen Mietwagen, den wir hatten, manchmal auch herausfordernd.

Tag 7-11: Vada, Borgo Pignano, San Gimignano

Wir wollten Italien nicht ohne einen Blick auf’s Meer verlassen, also fuhren wir einen kleinen Umweg an den Strand von Vada. Dieser weiße Strand sieht aus, als hätte ihn jemand aus der Karibik abgepflückt und her transportiert. Das liegt wohl daran, dass eine Sodafabrik ihre Quecksilber-Abfälle früher ins Meer laufen ließen. Naja, jetzt ist der Strand weiß und das Wasser Türkis.

Anscheinend kann die Quecksilber-Belastung so hoch aber nicht sein, sonst wäre das Baden hier verboten.

So oder so – wir sind da eh entspannt. Wir hatten keine Lust darauf, die überfüllten Strände der Viareggio zu besuchen, also sind wir eben nach Vada für einen Nachmittag gefahren. Dort war es recht leer und wir hatten Spaß im warmen Mittelmeer.

Der eigentliche Trip setzte sich aber in Richtung Florence und Volterra fort, denn das Highlight unserer Reise waren drei Nächte im Borgo Pignano.

Diese Festung mitten in der Toskana – zwischen Volterra und dem Schloss San Gimignano – ist ein 5-Sterne-Resort mit traumhaften Zimmern, perfekter Lage und natürlich dem obligatorischen Pool.

Wir haben zudem auch noch ein Upgrade in die Junior Suite bekommen – direkt gefühlt wie arabische Scheichs! Und wie arabische Scheichs muss man finanziell auch ausgerüstet sein, denn das Abendessen (wir haben keine Halbpension gebucht) auf jeden Fall 30-40 Euro (ohne Alkohol) pro Person zu Buche schlägt. Die Cola am Pool kostet auch um die 8 Euro. Typisch Premium-Hotel, aber ärgerlich, weil man auf einem toskanischen Hügel gefangen ist und nicht mal so in der Umgebung ein gemütliches Restaurant erwarten kann.

Hier konnten wir uns dennoch richtig dekadent entspannen, unsere Bücher lesen, am Pool einschlafen und uns verwöhnen lassen. Die Langeweile muss man aber auch ertragen können – die anderen Gäste (Familien oder eben jene Weinkenner, die man in der Toskana so antrifft) auch.

Das Hotel ist sehr schön, aber zwei Nächte hätten locker gereicht. Wir haben noch einen Ausflug nach San Gimignano eingebaut, aber wir Kulturbanausen haben uns da eher gelangweilt. Das beste war das Pistazieneis, das angeblich das beste im Land ist. Es war auf jeden Fall M E G A gut, aber das soll jeder für sich selbst entscheiden.

Tag 11-12: Bologna

Ohne Umwege ging es nach unserer Deluxe-Geldverbrennung im Borgo Pignano nach Bologna, wo wir in einem süßen Hotel namens Corona D’Oro verblieben. Das war gut gelegen und halbwegs günstig, aber auch leicht kitschig und die Klimaanlage hat nicht funktioniert. Würde ich trotzdem eingeschränkt empfehlen, wenn man nur eine Nacht bleiben will.

Bologna hat sich für mich als persönliches Highlight entpuppt. Die Stadt erinnert einen an Berlin: überall junge Leute, leicht punkige Attitüde, Bars & Aperitivos gehören zum Pflichtprogramm, und alle sind mega entspannt.

Bologna ist natürlich eine Studentenstadt, das merkt man sofort. Aber eben voll eingegossen in diesen italienischen Sommerflair, den man nicht mehr vermissen will. Wir haben uns selbstverständlich den Bauch mit Pasta Bolognese aka Tagliatelle al Ragu vollgeschlagen. Ein absoluter Tipp ist die Osteria Dell’Orsa. Hier gibt’s ganz ohne Allüren die perfekte Pasta. Vorspeise, Hauptgang und Hauswein gibt’s für knapp 12 Euro schon, inklusive Brot und sehr lockerer Atmosphäre. Es muss also nicht immer Fine Dining sein.

Wir haben uns – wie in jeder Stadt – auch in Bologna nur rumgetrieben und keine Lust auf ausuferndes Sightseeing gehabt, aber ich bin mir ziemlich sicher, dass es auch hier eine perfekte To-Do Liste gibt, die ich wie immer gekonnt ignoriert habe.

Und dann ging’s auch schon nach Hause, und zwar von Bologna direkt nach Berlin mit Eurowings.

Osteria Dell’Orsa, Teller Pasta 6 Euro
Corona D’Oro, Übernachtung im Doppelzimmer 120 Euro

Wie viel kostet ein Roadtrip durch Norditalien und die Toskana?

Für knapp 12 Tage für den Toskana Roadtrip haben wir ausgegeben pro Person:

Wenn man sich den Luxus gönnen will, kommt man bei 1700 Euro pro Person raus. Wenn man aber auf drei Nächte im Luxushotel (wie wir im Borgo Pignano) verzichten kann, dann beläuft sich die Rechnung auf 1200 Euro.

Wir haben dafür sehr gut gegessen und getrunken, ohne groß auf unsere Ausgaben zu achten, aber ohne große Sprünge zu machen. Man kommt definitiv mit weniger weg, wenn man will! Gerade die Ausflüge nach Cinque Terre und das Austauschen der Mietwagen waren kostspielige Aktionen, auf die man verzichten kann bzw. die man anders bewerkstelligen könnte.

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